Korbflechter und Besenbinder

 

Pflanzen, die in der Natur wild wachsen, stellten Ausgangsmaterialien für verschiedenste Produkte dar. Kostenloses Rohmaterial waren nicht nur Weiden- und Haselnussruten, sondern auch Maisfedern und Binsen, Schilfrohr, Stroh und Lianen.

Die Bauern stellten im so genannten Haushandwerk in den Wintermonaten meist ihren eigenen Bedarf an Körben und Besen her. Wenn dazu die nötige Zeit fehlte oder ein besonderes Produkt angefertigt werden sollte, nahm man die Dienste der Roma in Anspruch.

Manche Roma-Familien hatten sich auf bestimmte Produkte und Techniken spezialisiert und verkauften diese an die Bauern der umliegenden Gegend.
Auch an Händler wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts bestimmte Produkte (Näh- und Strickkörbe, Besen) für den Markt in Graz und Wien verkauft.

An der Produktion (Herstellung) war meist die ganze Familie beteiligt. Das Rohmaterial musste besonders aufbereitet werden. Weidenruten mussten beispielsweise weich gemacht werden, bevor sie weiter zu Körben für die Lagerung von Ackerfrüchten, Buckelkörben, Wäschekörben etc. verarbeitet werden konnten.
Die Bauern beauftragten Roma mit der Herstellung von Wagenkörben. Solche überdimensionalen Körbe wurden als Aufsatz für den Viehwagen angepasst und dienten u.a. zum Transport von Grünfutter.

Aus Binsen wurden Taschen und aus Stroh große bauchige Körbe für die Aufbewahrung des Korns angefertigt.

Sesselflechter

 


Wagen mit Wagenkorb